
Von der Cashmereziege zum Rohmaterial
Im Frühjahr kämmen die Nomaden die Tiere und das gewonnene Vlies wird in den regionalen Zentren gesammelt und gelangt über die Handelszentren von Ulan Bator auf dem langen Weg in die schottischen und italienischen Spinnereien.
Das kostbare Vlies wird den Ziegen vor und nach dem sommerlichen Hochgebirgsaufenthalt mit einem groben Kamm ausgekämmt. Die Kaschmirziege produziert nur sehr wenig Flaumhaar: pro Jahr sind dies gerade einmal 150 - 200 Gramm. Zur Herstellung eines klassischen Pullovers wird die Produktion von 4 bis 6 Tieren benötigt. Für eine mehrfädige Strickjacke sogar die Produktion von circa 20 Tieren.
Zwischen der Mongolei, Tibet und Ladakh soll der Ziegenbestand etwa 10 Millionen Stück betragen. Pro Jahr und Tier werden nur 500g dieses Flaumhaars ausgekämmt, dessen höchste Qualität am Hals und am Bauch zu finden ist.
Nach dem Kardieren und Spinnen genügen 150g der flaumigen Leichtigkeit, um nach alter Manier einen 70cm breiten Schal zu weben, der so warm ist wie ein Mantel und so fein gearbeitet ist, dass er sich in seiner ganzen Grösse durch einen Fingerring ziehen lässt.
